Mythos Auto und Frauen – Zeichnung von Susanne Haun
Ich bin bei Jahrgang 2005 unserer Weltkunst Zeitschriften angekommen. Hier wird über den Mythos Auto berichtet.
Ivo Kranzfelder schreibt: „Nach seinem überraschenden Tod im Jahr 1994 wurde Edward Kienholz in seinem Packard, Baujahr 1940, begraben, auf dem Rücksitz die Asche seines Lieblingshundes, in der Tasche einen Dollar, dazu eine Flasche italienischen Weines von 1931 (seinem Geburtsjahr) und ein Kartenspiel: …“
Das Auto ist ein Statussymbol und kann heute in allen Variationen gekauft und auf das eigene Äußere abgestimmt werden. Eine Frau, die unter, auf oder im Auto liegt, gehört zum Statussymbol dazu. Seltenst sitzt die Frau am Lenkrad.
Vor kurzem habe ich im Fernsehen eine uralte Folge vom 7.Sinn vom WDR gesehen. Es ist unglaublich! Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas einmal gab. Seht selber!
Ich habe den Artikel vor 3 Tagen zu schreiben begonnen und denke jeden Tag, heute malst du eine Frau im Auto. Ich habe keine Inspiration dazu. Alles was mir dazu einfällt ist abgedroschen und kitschig. Also werde ich dieses Thema fallenlassen. Ich möchte euch aber den bisher geschriebenen Text, der mir sehr gefällt, nicht vorenthalten.
So zeige ich euch zum Artikel zwei 80 x 60 cm große Zeichnungen. Ich mag lieber Blumen statt Autos. Ob das jetzt wohl ein Klischee ist
?
- Selbst hell – 80 x 60 cm – Tusche und Aquarell auf Silberburg Bütten
- Selbst dunkel – 80 x 60 cm – Tusche und Aquarell auf Silberburg Bütten
Sie, die Katze – Zeichnung von Susanne Haun
Meine Schwägerin hat zwei Katzen aus dem Tierheim geholt: ein Geschwisterpäarchen. Sie heißt „Sie“ und er heißt „Er“ manchmal auch Süße und Süßer. Ich beobachte die beiden sehr gerne und habe hier die Süße gezeichnet.
Viel Zeit hatte ich heute nicht zum zeichnen, denn wir haben noch einmal einen Wagen gemietet und alles, was noch im alten Atelier stand zum Recyclinghof gefahren. Dazu gehörten einige zerbrochene Scheiben von Bilderrahmen, Arbeitsplatten mit Radierfarbe beschmiert, die Pappen der letzten 1.000 Pakete, diverse Leisten, kaputte Stühle und was sich sonst noch so ansammelte. Ich habe mir natürlich ausgerechnet meinen rechten Zeigefinger an einer Scheibe geschnitten. Nun weiß ich, dass es lästig ist, mit Pflaster zu zeichnen, zu tippen, das Mausrädchen zu drehen und vieles mehr.
- Ausschnitt „Süße“ – Zeichnung von Susanen Haun – 18 x 25 cm – Tusche auf Bütten
- „Süße“ – Zeichnung von Susanen Haun – 18 x 25 cm – Tusche auf Bütten
Der Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun
Der Stier ist beim Rinderraub die „Hauptperson“. Die Schweinehirten verwandeln sich in Stiere, und so habe ich einen Stiermann als Gegenpart zur Vogelfrau gezeichnet. Schauen sich Frau und Mann an, so wenden Vogel und Stier den Blick voneinander ab und umgekehrt.
„Die Kunst ist die Erforschung der Geheimnisse der Welt; wie kann man sie also zu Ende führen?“
Erna Rosenstein, polnische Malerin.
Zu den Geheimnissen der Welt gehören für mich die alten Sagen und Mhyten der Welt. Was war der Anlaß für die Geschichten? Sollte der Rinderraub die Taten der großen irischen Fürsten dokumentieren? Waren die Geschichten die Zeitungen der jeweiligen Zeit?
Ich setze mich sehr gerne mit diesen Geheimnissen auseinander. Wenn ich an geschichtsträchtigen Orten stehe, stelle ich mir vor, wie die Berühmtheiten dort gelaufen sind, was sie dachten und was sie bewegten. Ein Beispiel ist Anna Boley im Uhrenhof von Hampton Court. Diesen Ort mag ich besonders gerne.
- Entstehung Zeichnung Stiermann von Susanne Haun
- Entstehung Teil 2 Zeichnung Stiermann von Susanne Haun
- Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
- Vogelfrau – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm
- Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
Betrachtungen zur braunen Tusche von Susanne Haun
Die Psychologin Eva Heller („Wie Farben wirken“, ISBN 978-3499619601) befragte 1900 Menschen zwischen 14 und 83 Jahren. Diese sprachen sich zu 20% dafür aus, dass Braun ihre unbeliebteste Farbe ist.
Damit liegt braun in der Rankliste der unbeliebtesten Farben ganz vorne.
Ich benutze für meine Zeichnungen zum größten Teil braune Tusche. Das Schöne einer Zeichnung soll nicht durch mein Material kommen sondern durch mich selber. Ich verspüre große Freude und Erregung, wenn ich meine Feder in das braune Tuschenäpfchen stecke. Ich mag das rotbraun, denn es geht eine Erdnähe und ruhige Stimmung davon aus.
Zur Weihnachtsfeier brachte mir Karin ein kleines Blumensträußchen mit, heute schon etwas verwelkt aber dennoch sehr charismatisch, habe ich es mit meinem geliebten Rotbraunen Ton auf Papier gebannt. Ich wollte das charakteristische der Blumen festhalten, statt mit Farben und Töne eine gefühlvolle Stimmung hervorzurufen.
- Entstehung Blumenstrauß – Zeichnung von Susanne Haun – 25 x 25 cm – Tusche auf Bütten
- Blumenstrauß – Foto von Susanne Haun
- Blumenstrauß – Zeichnung von Susanne Haun – 25 x 25 cm – Tusche auf Bütten
Beim Friseur – Zeichnung von Susanne Haun
Einmal im Monat gehen mein Sohn und ich zum Friseur. Ich beobachte immer gespannt, wie meinem Sohn die Haare geschnitten werden und überlege, wie ich Friseurin und Sohn zeichnen könnte.
Heute habe ich mich für eine Komposition entschieden, in der das wichtigste Haare und Hände sind. Ich habe den Kopf meines Sohnes etwas oberhalb der Mitte des Blattes angesetzt, denn die genaue Mitte ist langweilig. Die Haarwirbel habe ich mit einzelnen Linien dargestellt, damit das Bild Bewegung hat. Die Hände sind oben im Bild; sie sind Dreh- und Angelpunkt der Komposition. Als Gegengewicht dient der Friseurumhang, der Kopf meines Sohnes das verbindene Glied. Die Aufsicht auf den Kopf bewirkt, das nur ein sehr kleiner Teil des Gesichtes zu sehen ist. Der dunkle Hintergrund läßt die Figuren in den Vordergrund treten.
Mist – mein Fotoapparat ist kaputt. Das ist eine absolute Katastrophe für mich! Ich habe die Zeichnung eingescannt aber das Blatt ist 25 cm breit und mein Scanner schafft nur 20cm. Das Original ist also etwas größer als hier zu sehen.
Küstenwolken – Zeichnung von Susanne Haun
Ich mag es, den Tag mit einer neuen Herausforderungen zu beginnen.
Heute habe ich mir Wolken angeschaut. Ich begann die Zeichnung mit einer vertrauten Traumküste. Ich setzte den Horizont extra tief, damit ich viel Platz für die Wolken hatte. Mit der Feder Wolken zeichnen ist nicht einfach, ich bin aber mit meinem ersten Ergebnis zufrieden.
Akt in lila, Akt in rot – Farbempfindungen – Zeichnungen von Susanne Haun
Farben hinterlassen bei uns ein Gefühl. Je nachdem, welche Farbe wir mögen, kann uns ein Bild anziehen oder abstossen. Experimente zeigen, dass Kaffee aus einer schwarzen Thermoskanne im Geschmack stärker empfunden werden als Kaffee aus einer gelben Kanne, obwohl der Inhalt derselbe ist.
Ich habe das Model fast derselben Position zweimal gezeichnet. Einmal in violett, das lt. Itten Geheimnis, Unbewußtes, drohend oder beglückend, erschreckend, Aberglaube und in rot was kämpferisch, Kraft, Wärme, Feuer, Würde und vergeistige Liebe bedeutet.
Unter allen Farben gibt es eine, mit der wir uns am wohlsten fühlen. Ich bevorzuge rot, rotbraun und warme brauntöne. Ich muß heute noch aufpassen, dass ich auch andere Farben benutze, obwohl ich im grün eine zweite mich ansprechende Farbe gefunden habe.
In den Bildern der Künstler sehen wir ihre bevorzugten Farben. Andreas Mattern malt viel mit blau während Patrick Hanke grün bevorzugt.
- Akt in lila – Zeichnung von Susanne Haun – 23 x 15 cm, Tusche auf Bütten
- Akt in rotbraun – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 15 cm, Tusche auf Bütten
Der Stier Dub von Cuailnge – Zeichnung von Susanne Haun
Als krönenden Abschluss verwandeln sich die beiden Schweinehirten in Stiere.
Der Stier in der Zeichnung ist eine Domäne Picassos. Ich denke dabei sofort an Pamplona und sehe auch gleich Hemingway vor meinem geistigen Auge.
Vor Jahren war ich Ostern in Arles. Dort werden wie in Pamplona die Stiere in die Straßen getrieben. Es war ein Erlebnis, die wütenden Tiere gegen die Gitter rennen zu sehen. Grosse Ferias (Stierkämpfe) finden in Arles, der alten römischen Stadt in der Camargue, zwei Mal im Jahr statt – es ist ein Straßenfest mit deutlichen spanischen Einflüssen, sehr beeindruckend.
Nachdem ich bei youtube einige Stierkampf-Filmchen gesehen habe, bin ich zu folgender Zeichnung für dieses Zitat gekommen:
„Aus ihnen entsprangen auf diese Weise die zwei Stiere, Finnbennach, der Weißgehörnte von der Ai-Ebene, und Dub, der dunkle Stier von Cuailnge.“
Herbststräucher – Zeichnung von Susanne Haun
Heute sind mir die Sträucher auf dem Weg zur S-Bahn aufgefallen. Sie sehen jetzt im Dezember tiefer grün und sehr gesund aus.
Ich wollte nur die Lotusgrüne Tusche benutzen aber im Umzugsstreß habe ich beim Hintergrund nach der schwarzen gegriffen. Das Schwarz mit dem Grün gefällt mir und bei der zweiten Zeichnung habe ich die Kombination bewußt eingesetzt. Beim zweiten Blatt habe ich mir auch einfach frech eine Blüte abgebrochen, da ich sie nur vom Nahen richtig betrachten konnte; es kommt schließlich auf das genaue Sehen an! Diese Blüte sieht so einfach aus, sie hat es aber richtig in sich. Eine Herausforderung! Ich habe sie jetzt erst einmal in eine Vase gestellt und werde sie mir morgen früh nocheinmal frisch ausgeschlafen vornehmen.
- Strauch Blatt 1 – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten
- Strauch Blatt 2 – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten
- Entstehung Strauch Blatt 2 – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten
Gerissener Mund – Zeichnung von Susanne Haun
Heute habe ich sortiert, was ich im alten Atelier aus dem Graphikschrank in meine Mappen „geschmissen“ haben. Jeder Künstler hat einen großen Papierkorb und den habe ich heute gut gefüllt. Ein Schnipsel von einem 80 x 60 cm Blatt habe ich wieder aus dem Müllkasten gezogen, weil es mir so gut gefällt. Das Blatt ist von 2005 und ich benutze handgeschöpftes Baumwollpapier, dass beim zerreissen die Struktur des Papiers offenbarte.
Ich zeichnete mit Ölkreide , die je nach Sorte sehr weich sein kann und so lassen sich die Linien durch verschieden starke Druckausübung gut modellieren. Auch für die Akte auf farbigen Büttenpapier benutze ich diese Kreiden. Ölkreiden halten auf fast allen Oberflächen und eignen sich deshalb besonders gut für das handgeschöpfte Büttenpapier. Ölkreiden sind schlecht korrigier- und nicht radierbar. Sie sind nicht wasserlöslich und werden bei Wärme schnell weich.
- Susanne Haun in ihrem neuen Atelier mit „Papierschnipsel“
- Mund auf Bütten – Zeichnung von Susanne Haun

























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