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Die Schlangenbeschwörerin oder wo wendet sich die Kunst hin – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Skulptur, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 6. Februar 2011

An so trüben Sonntagen wie diesen schaue ich mir gerne Fotos auf meinem Rechner an. Letztes Jahr im Mai war ich in der Toskana (seht hier die Berichte darüber).

Heute haben es mir die Fotos vom Fonte Gaia in Siena angetan und ich zeichnete eine der Brunnenskulpturen, die Schlangenbeschwörerin. Der Brunnen wurde Anfang 1400 gebaut und stellt die Gründungsgeschichte der Stadt Siena dar.

Die Schlangenbeschwörerin - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Die Schlangenbeschwörerin - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

In der neuen art (Februar 2011) wird die Frage aufgeworfen, ob die Kunst wieder religiös wird.

Im Artikel von Gerhard Mack sagt dieser: “Dass Künstlerinnen und Künstler sich seit geraumer Zeit dafür interessieren, welche Lebenswelt Religionen schaffen, (…) hat einmal damit zu tun, dass die zeitgenössische Kunst sich in den achtziger Jahren wieder vermehrt der Gesellschaft zugewandt hat und ihre Funktion darin sucht, diese Gesellschaft darzustellen und zu erklären.”

Entstehung der Schlangenbeschwörerin, wichtig ist der konzentrierte Blick - Susanne Haun

Entstehung der Schlangenbeschwörerin, wichtig ist der konzentrierte Blick - Susanne Haun

Ich habe mich gefragt, ob es auf meine Motive zutrifft. Ja, sicher habe ich mir viele Gedanken um Maria gemacht (siehe hier) aber das Provokante, das Zweifelnde, dass habe ich nicht dargestellt. Muss ich es denn auch darstellen? Kann ich als einzelne eine Gesellschaft wie unsere erklären? Wäre das nicht arogant? Kann ich nicht bestensfalls Denkanstöße bieten?

Zu diesen Fragen paßt meine Schlangenbeschwörerin gut, ich denke, sie sucht die Antwort in der Schlange!

Toskana – Siena – San Bernado Tolomei – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Engel, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 2. September 2010

Mein Kopf ist so voller Ideen, dass ich das Gefühl habe, er quillt über.

Oft habe ich Probleme alles gesehene in Zeichnungen umzusetzen, weil der Tag leider nicht 72 Stunden hat.

Petra Tragauer fragte mich auf meinem gestrigen Blogbeitrag hin, ob ich gar nicht mehr Acryl male.
Nein, ich male nicht mehr Acryl, schon seid 2 1/2 Jahren nicht mehr. Ich kann in einer Sache nur gut sein, wenn ich sie ganz mit allem was ich habe verfolge und nicht noch andere Baustellen offen sind. Ich habe mich für die Zeichnung, Tusche und Aquarellfarben entschieden.

Engel am Brunnen Siena - Zeichnung von Susanne Haun - 10,5 x 14,8 cm - Tusche auf Bütten

Engel am Brunnen Siena - Zeichnung von Susanne Haun - 10,5 x 14,8 cm - Tusche auf Bütten

Die Technik, also mein Handwerk, habe ich sehr vervollkommnet. Ich kann mich also auf meine Motive und meinen künstlerischen Ausdruck kozentrieren.

Andreas hat mich mit seinen Toskana Aquarellen angesteckt. Ich sah mir dir Siena Fotos an und bin dabei auf San Bernado Tolomei gestossen. Die kleine unscheinbare Kirche auf dem Weg zum Campo gefiel mir besonders wegen den beiden Heiligen, die die Eingangstür bewachen, gut. Links steht San Bernado Tolomei, welche Heilige rechts steht, habe ich vergessen. Weiss es einer von euch?

San Bernado Tolomei - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 33 cm

San Bernado Tolomei - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 33 cm


Der Mantel der Mutter Maria und der 9. Künstlermarkt in Hilden – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 9. Juni 2010

Es ist auch schon lange her, da gab mir Lois, unser damaliger portugisiescher Nachbar, eine Staude rosafarbender Blümchen.
Bei uns auf den Azoren, sagte er, heißen sie der Mantel der Mutter Maria. Der Name gefiel mir gleich sehr gut und ich habe festgestellt, diese kleinen rosa Blümchen in ganz Europa wachsen. Ich habe sie gerade wieder in der Toskana bewundert und sie das erste mal gezeichnet.

Der Mantel der Mutter Maria - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Der Mantel der Mutter Maria - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Am Sonntag Morgen fahre ich mit dem ICE nach Hagen. Hagen ist in der Nähe von Hilden, Kamen (Unna) und Altenahr sowie Bonn, Düsseldorf, Dortmund und Solingen.

In Hagen werde ich mir das Emil Schumacher Museum anschauen, in Kamen werde ich mich mit Gaby Arneman, die in ihrer Galerie Zeitlos meine Arbeiten zeigt, treffen, in Altenahr hänge ich mit Andreas die Arbeiten von seiner Ausstellung im Rathaus ab und in Hilden ist am 19. und 20. Juni der 9.Künstlermarkt, an dem Andreas und ich teilnehmen. Wenn ich noch Zeit habe zwischendurch möche ich nach Bonn und Düsseldorf Galerien schauen.

Mit einem anderen Wort, ich freue mich auf die kommende Woche!

Mehr zum Künstlermarkt in Hilden habe ich auf meinem Facebook Profil geschrieben. Ich weiß nicht, ob ihr unangemeldet die Veranstaltung aufrufen könnt, ich schreibe also noch hier die Eckdaten:

Künstlermarkt in Hilden

von Samstag, den 19. Juni 2010 ab 11 Uhr
bis Sonntag, den 20. Juni 2010 18 Uhr

100 ausgewählte Künstler präsentieren ihre Kunst in der Fußgängerzone in 40721 Hilden

Wir werden auch vertreten sein. Andreas Mattern (Zelt 52) zeigt seine Aquarelle und ich (Zelt 53) meine Zeichnungen.

Einladung 9. Hildener Künstlermarkt

Einladung 9. Hildener Künstlermarkt

Skulpturen in Volterra – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Kunst und Politik, Skulptur, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 8. Juni 2010

Mein Vater ist Glasermeister und hatte lange Jahre eine Glaserei in Berlin, die jetzt mein Bruder weiterführt. Er gab mir als Jugendliche den Ratschlag, öffentlich (geschäftlich) nie über Politik zu sprechen und damit diplomatisch jedem Streit aus dem Weg zu gehen.

So überlege ich mir auch heute noch genau, wann ich öffentlich Position beziehe. Dafür beziehe ich – vor allem auch im Spreeblick – sehr gerne Position. Ich denke, es ist das, was wir noch zur Weltverbesserung beitragen können – wählen gehen und unsere Meinung sagen. Ich gelte oft als naiv aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Welt sich bessern wird.

Bischoff - Zeichnung von Susanne Haun - 50 x 30 cm - Tusche auf Aquarellkarton

Bischoff - Zeichnung von Susanne Haun - 50 x 30 cm - Tusche auf Aquarellkarton

So hat mich die Nachricht, dass der Heizkostenzuschuss für Hartz IV Empfänger gestrichen werden soll, erschüttert. In Berlin gibt es viele Wohnungen mit Ofenheizung, die natürlich von der einkommensschwachen Bevölkerung bewohnt werden. Ich habe eine Fernwärmeheizung und ich schätze sie sehr und nehme sie nicht als selbstverständlich. Ich kenne aber Freunde, die Ofenheizung haben und ihre Kohlen vom Heizkostenzuschuss kaufen. Könnt ihr euch vorstellen, wie kalt solch eine Wohnung im Winter ist? Besonders bei dem harten Winter, den wir hatten? Müssen wir befürchten, dass Babys und alte Menschen wieder in ihren Wohnungen erfrieren?

Während ich das Bild der Bischofs-Skulptur zeichnete, mußte ich immerzu an den Heizkostenzuschuss denken. Auf dem Weg von einem unserer Parkplätze in Volterra kamen wir an der auf den Bildern gezeigten kleinen Kirche vorbei und mir gefiel sie sehr gut, ein wenig verfallen, alt und mit viel Atmosphäre. Die Sonnenuhr fand ich besonders bemerkenswert. Sicher ist das eine sehr viel preiswertere Variante als eine Uhr mit Uhrwerk. Lehrte uns die Kirche nicht Barmherzigkeit? Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not, so steht es im Wikipedia und so empfinde ich es auch.

Mein Skizzenbuch – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Skizzenbuch, Tagebucheintragung, Toskana by susannehaun on 6. Juni 2010

Heute hat mich Eva in Facebook gefragt, was ein Skizzenbuch ist. Das hat mich gleich dazu veranlaßt, diesen Beitrag zu schreiben.

Ich habe schon viele Skizzenbücher ausprobiert, Ringbücher aus Leder, die gut aussehen, wo ich wirklich gutes Papier einheften kann, bei denen aber die Ringe für die Blätter beim Zeichnen stören, Spiralisierte 100 Blatt A4 Blöcke, die immer schwerer in der Handtasche werden, Moleskine Hefte, die mir zu klein oder zu schwer sind, gebundene Bücher, die Klasse aussehen, schwer sind und mich unter Streß setzten, immer “gute” Skizzen zu machen und dir mir verbieten, meine Einkaufs- oder To Do Listen hineinzuschreiben.

Letzt endlich bin ich bei einfachen A5 Heftchen gelandet. Einfach, billig und geschmacklos mit beigen Papier. Ich habe mein aktuelles Heft mit einem weichen Bleistift immer in meiner Handtasche und beides ist so leicht, dass es meine Schultern nicht belastet.

Zu diesem Thema möchte ich euch den Beitrag von der Autorin Petra A. Bauer empfehlen, Sie listet neben ihren eigenen Erfahrungen auch viel Fachliteratur auf.

Der Wein der Toskana – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 3. Juni 2010

Der Wein ist aus der Toskana nicht weg zu denken. Als wir San Germignano zeichneten, waren wir nahe einem Weinfeld und alle völlig fasziniert vom Wein. Ich habe in den vielen Fotos welche von Conny, Manfred und mir entdeckt, wie wir mit dem Fotoapparat auf Shooting – Jagd gingen.

Mir gefallen die knotigen Stämme der alten Weinstöcke, die ganze Geschichen erzählen, sehr gut. Diese Geschichten will ich mit meiner Zeichnung weiter erzählen.

Weinstock - Zeichnung von Susanne Haun 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Weinstock - Zeichnung von Susanne Haun 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Im 10. Jahrhundert begannen Mönche mit dem Weinanbau in der Toskana. Die Medicis brachte den Weinanbau maßgeblich nach vorne. Um 1587 beginnt man, über Bukett und Geschmack von Wein zu schreiben. Zu dieser Zeit finden große Banketts in Florenz statt, bei der Hochzeit Maria de’ Medici wurden für dreihundert Tischgäste über sechzig Gänge vorbereitet.

Türklopfer in Volterra oder Portraits – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 2. Juni 2010

In Volterra sind an fast jeder Tür Türklopfer. Ich habe einige davon fotografiert und sie inspirierten mich auch zu eine meiner heutigen Zeichnungen. Ich finde, die Türklopfer sehen alle leidend aus. Wahrscheinlich dröhnt ihnen der Kopf von den lauten Klopfgeräuschen. Die Art des Türklopfer gilt als Ausdruck von Reichtum und Stellung des Bewohner des Hauses.

Türklopfer - Zeichnung von Sussanne Haun - 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Türklopfer - Zeichnung von Sussanne Haun - 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Über Portraimalerei habe ich schon oft in meinem Blog geschrieben. Hier nur ein Beitrag davon. Manche mir vertraute Personen werden im Laufe der Jahre immer wieder und wieder von mir portraitiert. Ein Türklopfer ist unendlich viel leichter zu zeichnen als das Portrait eines Menschen.

Andreas protraitiere ich natürlich sehr, sehr oft. Er ist ja immer im Atelier anwesend und so kann ich ihn gut beobachten. Zu dem heutigen Portrait werde ich wohl von Andreas den Spruch “Schönen Dank auch, Hauni!” zu hören bekommen. Aber das Leben ist nun einmal so grausam, wir werden älter!

Andreas 2010 - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 36 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Andreas 2010 - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 36 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton

Auch mit Conny quatsche ich sehr viel und sie ist eine interessante Persönlichkeit zum Portraitieren.

Conny 2010 - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 36 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Conny 2010 - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 36 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Fundstücke aus der Toskana – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Raucher, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 1. Juni 2010

Immer wieder finde ich in den über 3.000 Fotos von der Toskana neue Aufnahmen – Fundstücke -, die ich euch zeigen möchte.

Ich habe mich sehr über mein Foto des “gefallenen” Wetterhahns amüsiert, der auf dem Grundstück unseres Hauses stand. Seine Pracht kann der Betrachter noch ahnen! Einige haben mich gefragt, wo wir das Haus gebucht haben oder ob es ein Geheimtip ist. Nein, es ist kein Geheimtip. Hier ist der Link zum Vermittler des Ferienhauses. Auf dieser Seite seht ihr auch den Hahn in seiner alten Pracht! Aber Dinge wie dieser Hahn machen den Charme des Hauses aus. Nichts ist steril alles ist voller Atmosphäre.

Die Flächen eines Bildes sind noch nicht aus meinem Kopf heraus. Ich habe gestern Abend einen Alabasterkopf mit blauen Aquarellfarben angelegt. Heute habe ich zum Aquarell meine Linien zugefügt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bei der Kombination von Fläche und Linie male ich immer zuerst die Fläche und dann die Linie, d.h. ich coloriere nicht! Wer mag kann hierzu auch mein Artikel von 2005 in der Palette lesen.

Alabasterkopf - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Aquarell und Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Alabasterkopf - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Aquarell und Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Und da es mir immer wieder Spaß macht, Gesichter der Menschen mit meinen Linien zu erforschen, habe ich heute Manfred portraitiert. Morgen folgen dann Andreas und Conny …

Manfred - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Manfred - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellpapier

Fonte Gaia Siena oder ein Engel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Engel, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 31. Mai 2010

Nun sind wir wieder eine kleine Weile zu Hause und die Eindrücke der Reise werden mit jedem Tag märchenhafter. Heute habe ich mir die Fotos vom Fonte Gaia, dem Brunnen der Freunde, von Siena angeschaut, eine der Engelskulpturen des Brunnens gezeichnet und dabei von Anthony McCarten “Hand aufs Herz” gehört.
Die Eindrücke Sienas vermischen sich mit dem Buch. Der Engel wird zur Hauptdarstellerin, zu Jess Podorowski, die zu nett ist für diese Welt, die immer freundlich ist und hofft, dass ihr die Welt genau so freundlich begegnet. Ihre Selbsterkenntnis, die sie im Laufe des Buches trifft, ist stahlhart, schmerzend und treffend.

Engel Fonte Gaia - Zeichnung von Susanne Haun - 60 x 25 cm - Tusche auf Kupferdruckkarton

Engel Fonte Gaia - Zeichnung von Susanne Haun - 60 x 25 cm - Tusche auf Kupferdruckkarton

So endet unsere Malreise in die Toskana und geht von der Wirklichkeit in die Erinnerung über. Als ich heute mein Tagebuchheftchen fotografierte, dachte ich an Klee, Macke und Moiellets Tunisreise. Lange habe ich nicht mehr an diese Reise gedacht und so habe ich mir den Bildband der drei angeschaut. Sie waren nur 2 Wochen im Orient; der Orient war damals in Europa ein Ort der Faszination, der nicht so leicht zu erreichen war wie heute. Die drei wollten keinen Bildungsurlaub unternehmen, sie wollten neue Eindrücke sammeln, die sie zu Hause verwerten konnten.

Wir haben in der Toskana viele neue Eindrücke und Inspirationen für unsere Arbeit zu Hause gesammelt und durch intensives arbeiteten vor Ort entstanden eine Vielzahl von Bildern und was natürlich auch wichtig ist: wir hatten eine Menge Spaß!

Alabasterwerkstatt in Volterra – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Skulptur, Toskana, Zeichnung by susannehaun on 29. Mai 2010

Nun habe ich alle Tage unserer Toskanareise grob geschildert. Die kleinen Geschichten, die sich noch ereigneten, beginne ich jetzt zu berichten.

Volterra gilt als Zentrum für die Alabasterkunst.
Alabaster – was für ein schönes Wort und welche Enttäuschung, wenn der Leser im Wiki liest, dass Alabaster eine sehr häufig vorkommende Varietät des Minerals Gips ist.

Bei einen unserer zahlreichen Besuchen in Volterra parkte Manfred den Bus in der Nähe des römischen Theaters und wir kamen beim Bummeln zum Marktplatz an einer Alabaster Werkstatt vorbei. Es genügte nur ein Blick zwischen Conny und mir und schon “krochen” wir in die Werkstatt, um alles zu betrachten. Staubig war es da; die Werkstatt befand sich in einer Souterain Wohnung und wir konnten vom Eingang aus alles gut überblicken. Sofort dachte ich an den Film “Camille Claudel“, ob wohl diese Werkstatt für ihr Atelier Pate gestanden hatte?

In alten Holzregalen lagerten Köpfe und Skulpturen, zwei Venusskulpturen standen achtlos in den Ecken – das Tageslicht kam nur spärlich in den Raum und steigerte die Atmosphäre.

Zitronenfrau II - Zeichnung von Susanne Haun - 26 x 36 cm - Tusche auf Bütten

Zitronenfrau II - Zeichnung von Susanne Haun - 26 x 36 cm - Tusche auf Bütten

Wir mußten uns beeilen – die anderen hatten nichts von unserer Entdeckung bemerkt und als wir aus der Werkstatt traten sahen wir schon Andreas an der nächsten Ecke nach uns suchen. Zum Abschied schaute uns die Kopie des Kopf der Pieta aus dem Fenster hinterher. Durch die Spiegelung der Wolken ist dieses Foto von Conny mit eines meiner Lieblingsfotos aus der Werkstatt.

Genau dieses Erlebniss inpsirierte mich heute zu meiner Zeichnung, der Alabasterkopf einer jungen Frau, die schüchtern zu Boden schaut mit einer Zitronenpflanze im Hintergrund. Erst als ich fertig war fiel mir ein Acrylbild “Die Zitronenfrau” von mir ein , ich malte es vor ca. 10 Jahren und es ist schon einige Jahre verkauft.
Ist es möglich, dass ein Thema so lange unterbewußt in meinem Kopf bleibt?

Die Zitronenfrau - Gemälde von Susanne Haun - 1999 - Acryl auf Leinwand - 100 x 70 cm

Die Zitronenfrau - Gemälde von Susanne Haun - 1999 - Acryl auf Leinwand - 100 x 70 cm

Hier seht ihr die bisherigen Beiträge der Toskanareise.

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