Der Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun
Der Stier ist beim Rinderraub die „Hauptperson“. Die Schweinehirten verwandeln sich in Stiere, und so habe ich einen Stiermann als Gegenpart zur Vogelfrau gezeichnet. Schauen sich Frau und Mann an, so wenden Vogel und Stier den Blick voneinander ab und umgekehrt.
„Die Kunst ist die Erforschung der Geheimnisse der Welt; wie kann man sie also zu Ende führen?“
Erna Rosenstein, polnische Malerin.
Zu den Geheimnissen der Welt gehören für mich die alten Sagen und Mhyten der Welt. Was war der Anlaß für die Geschichten? Sollte der Rinderraub die Taten der großen irischen Fürsten dokumentieren? Waren die Geschichten die Zeitungen der jeweiligen Zeit?
Ich setze mich sehr gerne mit diesen Geheimnissen auseinander. Wenn ich an geschichtsträchtigen Orten stehe, stelle ich mir vor, wie die Berühmtheiten dort gelaufen sind, was sie dachten und was sie bewegten. Ein Beispiel ist Anna Boley im Uhrenhof von Hampton Court. Diesen Ort mag ich besonders gerne.
- Entstehung Zeichnung Stiermann von Susanne Haun
- Entstehung Teil 2 Zeichnung Stiermann von Susanne Haun
- Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
- Vogelfrau – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm
- Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
Finnbennach, der Weißgehörnte – Zeichnung von Susanne Haun
Für Finnbennach stand ein Highlandrind vom Weißenhäuser Strand, der dort auf dem Deich weidete, Model.
Es scheint mir, als müßte der Betrachter den Unterschied zwischen dem spanischen Stier von gestern und dem Highlandrind von heute spüren.
Ich glaube, dass die Rinder aus der Táin Bó Cuailnge eher wie die auf dem Deich des Weißenhäuser Strandes aussahen. Wo die Highlandrinder urprünglich herkommen, weiß ich nicht genau. Ich denke aus Großbritannien. In der Zeit, in der die Geschichte der beiden Schweinehirten anzusiedeln ist, waren die Rinder wertvoller als Gold.
Der Stier Dub von Cuailnge – Zeichnung von Susanne Haun
Als krönenden Abschluss verwandeln sich die beiden Schweinehirten in Stiere.
Der Stier in der Zeichnung ist eine Domäne Picassos. Ich denke dabei sofort an Pamplona und sehe auch gleich Hemingway vor meinem geistigen Auge.
Vor Jahren war ich Ostern in Arles. Dort werden wie in Pamplona die Stiere in die Straßen getrieben. Es war ein Erlebnis, die wütenden Tiere gegen die Gitter rennen zu sehen. Grosse Ferias (Stierkämpfe) finden in Arles, der alten römischen Stadt in der Camargue, zwei Mal im Jahr statt – es ist ein Straßenfest mit deutlichen spanischen Einflüssen, sehr beeindruckend.
Nachdem ich bei youtube einige Stierkampf-Filmchen gesehen habe, bin ich zu folgender Zeichnung für dieses Zitat gekommen:
„Aus ihnen entsprangen auf diese Weise die zwei Stiere, Finnbennach, der Weißgehörnte von der Ai-Ebene, und Dub, der dunkle Stier von Cuailnge.“
Der Nasenbohrer – Zeichnung von Susanne Haun
Am Sonntag auf dem Büchertrödel ist mir auch ein Buch von Sándor Márai mit dem Titel „ohne Anfang und Ende“ in die Hände gefallen.
In diesem Buch ist eine von ihm selbst zusammengestellte Sammlung mit Miniaturen und Gedankensplittern enthalten.
Ernö Zeltner beschreibt sie als Augenblicksimpressionen.
Augenblicksimpressionen sind auch meine Zeichnungen. Es sind kleine Ausschnitte des Lebens, die ich darstellen will.
„Ich lebe zwischen Himmel und Erde, habe etwas Unsterbliches und Göttliches in mir, pflege aber auch in der Nase zu bohren, wenn ich allein im Zimmer bin, [...]“ Sándor Márai
Der starr Blickende – Drache – Zeichnung von Susanne Haun
Ich bin eigentlich noch bei den beiden Schweinehirten, die sich vom Phantom in Drachen verwandeln.
Drachen kennt jeder. Aber wer weiß schon, dass Drachen „Der starr Blickende“ bedeutet und das Drachen ein schlangenartiges Mischwesen mit den Eigenschaften von Reptilien, Vögeln und Raubtieren ist.
Das Drachen zeichnen macht Spaß und ich denke, der heutige Drache ist nicht mein letzter Drache.
„Dann zwei Drachen, die gegenseitig Schnee auf ihr Land schütteten.“
Dann zwei Phantome, die sich schreckten – Zeichnung von Susanne Haun
Die beiden Schweinehirten sind sehr erfindungsreich in ihren Verwandlungen. Es macht mir Freude, die Geschichte zu zeichnen. Phantome sind nicht einfach darzustellen. Als erstes fällt mir bei Phantom Luis de Funes mit Fantômas ein, dicht gefolgt von Donald Duck als Phantomias. Den Film habe ich oft gesehen und das Disney Taschenbuch ist ganz zerlesen. Mir gefiel es, dass ein Pechvogel sich an allen seinen Peinigern rächen konnte.
Aber was bedeutet das Wort „Phantom“ im eigentlichen Sinn?
Phantom (von gr.: Phantasma, Phantasie) bedeutet Trugbild, unwirkliche Erscheinung, Einbildung oder Gespenst, Geist.
Das erste, was mir in den Kopf schoss war, dass ich für ein Phantom – Bild unbedingt schwarze Tusche benutzen möchte.
Gestern Nachmittag malte ich das 1.Phantom und ließ es den ganzen Tag in meinem Kopf kreisen, um heute dann das zweite zu malen.
- Phantom I – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm, Tusche auf Bütten
- Phantom II – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm, Tusche auf Bütten
Dann wurden sie zwei Krieger – Zeichnungen von Susanne Haun
Heute habe ich mich wieder der Geschichte der beiden Schweinehirten zugewandt, zu der ich noch viele Zeichnungen im Kopf habe.
Es ist nicht einfach, Krieger zu zeichnen, wie sie zur Zeit des Rinderraubs aussahen. Es gehören einige Recherchen dazu und auch Verständnis für die Zeit.
„Dann wurden sie zwei Krieger und schlugen einander Wunden.“
- Dann wurden sie zwei Krieger – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
- Spitze und Schneide – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
Kunst und Politik – passt das zusammen? Zeichnungen von Susanne Haun
Muss meine politische Meinung in meine Zeichnungen einfliessen?
Ich habe mich entschieden, meine Zeichnungen von meiner politischen Meinung und meinen Ideen frei zu halten. Um es platt auszudrücken, ich mag keine Panzer und Soldaten mit Waffen zeichnen, um die Menschen vor dem Krieg zu warnen. Diese Warnung möchte ich mit Worten ausdrücken.
Horst Janssen hat in seinem Buch „An und für mich“ geschrieben, „Was nicht zu zeichnen ist, das lade ich ab in meine Wörterkiste.“ Ich habe mich sehr gefreut, diese wenigen Wörter zu lesen, denn es beschreibt mein Gefühl zu meinen Texten und Zeichnungen sehr gut.
Gut zu diesem Beitrag passen auch die beiden Schweinehirten Friuch und Rucht, die sich in Gestalt von zwei Hirschen bekämpfen.
- Kämpfende Hirsche Friuch und Rucht I – Zeichnung von Susanne Haun – 17 x 20 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
- Kämpfende Hirsche Friuch und Rucht II – Zeichnung von Susanne Haun – 17 x 20 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten
Wassertiere – Zeichnung von Susanne Haun
„Jetzt werden wir die Gestalt von Wassertieren annehmen [...]„
Dieser Satz hat mich sehr gefordert. Wassertiere? Das kann vom Einzeller bis zum Hai alles sein und so schaute ich mir auf einer Karte Irlands an, wo der Fluss Sinann (heute Shannon) und wo der Fluss Siuir ( heute Suir) fliessen. Jeweils ein Jahr hielten sich die Schweinehirten Friuch und Rucht in Gestalt von Wassertieren dort auf. Sie verschlangen sich dabei gegenseitig.
Ich habe mir den Fluss Shanonn, der in den Atlantischen Ozean mündet, ausgesucht. Vielleicht hat Friuch die Gestalt eines Hechtes angenommen und Rucht die eines Frosches? Haben sie ihre Gestalten während der zwei Jahre gewandelt? Mal war der eine Raubfisch, mal der andere?

Hecht und Frosch im Shannon - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten



















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