Akt in lila, Akt in rot – Farbempfindungen – Zeichnungen von Susanne Haun
Farben hinterlassen bei uns ein Gefühl. Je nachdem, welche Farbe wir mögen, kann uns ein Bild anziehen oder abstossen. Experimente zeigen, dass Kaffee aus einer schwarzen Thermoskanne im Geschmack stärker empfunden werden als Kaffee aus einer gelben Kanne, obwohl der Inhalt derselbe ist.
Ich habe das Model fast derselben Position zweimal gezeichnet. Einmal in violett, das lt. Itten Geheimnis, Unbewußtes, drohend oder beglückend, erschreckend, Aberglaube und in rot was kämpferisch, Kraft, Wärme, Feuer, Würde und vergeistige Liebe bedeutet.
Unter allen Farben gibt es eine, mit der wir uns am wohlsten fühlen. Ich bevorzuge rot, rotbraun und warme brauntöne. Ich muß heute noch aufpassen, dass ich auch andere Farben benutze, obwohl ich im grün eine zweite mich ansprechende Farbe gefunden habe.
In den Bildern der Künstler sehen wir ihre bevorzugten Farben. Andreas Mattern malt viel mit blau während Patrick Hanke grün bevorzugt.
- Akt in lila – Zeichnung von Susanne Haun – 23 x 15 cm, Tusche auf Bütten
- Akt in rotbraun – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 15 cm, Tusche auf Bütten
Artikel von Susanne Haun in der ART & GRAPHIC Nr. 30
Vor einiger Zeit rief mich die Redakteurin von der Art & Graphic an, ob ich Lust hätte, einen Artikel über meine Zeichnungen, speziel zur Aktmalerei, zu schreiben. Das Projekt interessierte mich und so entstand ein wirklich guter Artikel, der auf den Seiten 16-19 zu lesen ist.
Beim Umzug habe ich 10 Jahre alte Akt- und Kohlezeichnungen auf A3 von mir gefunden. Davon zeige ich euch heute einige.
- Mann liegend 1 – Zeichnung von Susanne Haun 1999 – Kohle auf Papier – A3
- Mann liegend 2 – Zeichnung von Susanne Haun 1999 – Kohle auf Papier – A3
- 3 Aprhoditen – Zeichnung von Susanne Haun 1999 – Kohle auf Papier – A3
Drei Grazien – Zeichnungen von Susanne Haun
Die drei Grazien sind in der griechischen Mythologie Göttinnen der Anmut. In der Kunst sind sie oft dargestellt worden, z.B. von Raffael, meistens in inniger Umarmung.
Ich kann mir schwer vorstellen, dass drei junge Frauen gute Freundinnen sind. Ist nicht immer eine die Außenstehende? Wenn man älter wird, wird man großzügiger. Da funktioniert das besser! Vielleicht ist es in unserer heutigen Zeit der Ellbogen auch so, dass jeder erst seinen eigenen Weg finden muss, seine Position festigen muss, um dann im Team weiter gehen zu können.
Hier sind meine drei Grazien. Sie sind auf drei einzelnen Blättern im Format 30 x 15 cm gezeichnet. Das Format unterstreicht ihre Anmut. Sie stehen selbstbewußt und wissend im Leben.

Drei Grazien - Zeichnungen von Susanne Haun
Der Schweinehirt Rucht – Zeichnung von Susanne Haun
Heute habe ich den anderen Schweinehirt gezeichnet. Sein Name ist Rucht nach dem Grunzen der Schweine. Es wird in der Sage berichtet, dass Friuch und Rucht auf sehr gutem Fuße standen. Das habe ich hier wörtlich genommen. Ich zeige von Rucht vorerst einmal nur die Füße.
Füße zeichnen ist sehr interessant. Die Füße der Menschen sind genauso individuell wie die Gesichter. An den Füßen erkenne ich, ob das Modell ein ruhiges oder ein bewegtes Leben führt und auch ob es schlampig oder ordentlich ist. Sehr gute Lehrbücher über Aktmalerei hat Gottfried Bammes geschrieben. Er war Kunstlehrer an der Hochschule für bildende Künste in Dresden. In seinen Büchern geht er auf das Skelett und die Muskeln der einzelnen Körperteile genaustens ein. Ohne die genauen Anatomiekenntnisse der Füße könnte ich dieselben nicht so eindrucksvoll zeichnen.

Der Schweinehirt Rucht - Zeichnung von Susanne Haun
Noch drei Akte mit Stiefel – Zeichnungen von Susanne Haun
Der Begriff Akt leitet sich von dem lateinischen agere = „handeln“ und „actus“ = „Handlung“ ab.
Ursprünglich sollte die Bewegung des Models von einer zur nächsten Position dargestellt werden.
Ich mag solche Bewegungsabläufe. Es entstehen daraus bewegte Zeichnungen.
- Akt mit Stiefeln – Blatt 2 – Zeichnung von Susanne Haun
- Akt mit Stiefeln – Blatt 3 – Zeichnung von Susanne Haun
- Akt mit Stiefeln – Blatt 4 – Zeichnung von Susanne Haun
Akt mit Unterwäsche – Zeichnung von Susanne Haun
Wenn ich mit einem Modell arbeite, dann zeichne ich gleich eine Serie.
So zeige ich euch heute das Modell von gestern in Unterwäsche. Sie macht einen ganz langen Rücken – die Spannung ist sichtbar. Darauf kam es mir an. Sie stützt sich mit den Händen auf einen Stuhl. Diese Position ohne Stuhl zu halten – dafür braucht es eine Sportlerin oder Tänzerin.
Es gibt viele bekannte Modelle in der Kunstgeschichte. Da ist die Franzi – sie Stand den Künstlern der Brücke Modell.
Die Frau von Lovis Corinth, Charlotte, war selber Malerin. Aber ich denke, berühmter wurde sie durch die Bilder Corinths.
Suzanne Valadon war erst Modell für Renoir und Lautrec bevor sie selber zur Malerin wurde.

Akt mit Unterwäsche - Zeichnung von Susanne Haun
Akt mit Stiefel – Zeichnung von Susanne Haun
Am liebsten zeichne ich Modelle, die ich schon lange kenne.
So habe ich die Proportionsstudien schon im Kopf. Die Proportion ist das Verhältnis der Grössen der Körperteile.
Der vitruvianische Mensch von da Vinci ist eine der bekanntesten Proportions – Zeichnungen. Sie ist bloß 34,4 x 24,5 cm groß.
Erst wenn ich mir die Proportionen des Models verinnerlicht habe, beginne ich, die Position des Models zu bestimmen. Dieses Model hatte wunderschöne Stiefel. Sehr elegant, sehr hoher Absatz und natürlich sehr erotisch.
Es hat Freude gemacht, sie zu zeichnen.

Akt mit Stiefel - Zeichnung von Susanne Haun
Bewegungsablauf Akt – Zeichnungen von Susanne Haun
Heute habe ich mich mit dem Bewegungsablauf vom Liegen, zum Sitzen, zum Stehen beschäftigt. Ich mag Bewegungsserien. Für meinen Geschmack hätten es sogar noch mehr Sequenzen sein können. Das ist mir aber erst beim nachträglichen Betrachten der Bilder aufgefallen.
- Bewegungsablauf Akt 1 – Zeichnung von Susanne Haun
- Bewegungsablauf Akt 2 – Zeichnung von Susanne Haun
- Bewegungsablauf Akt 3 – Zeichnung von Susanne Haun
roter Akt – Zeichnung von Susanne Haun
Heute war ich zum Tag des offenen Ateliers im Künstlerhof Frohnau.
Ich habe viele Bekannte getroffen, viel gequatscht und viel Kunst geschaut.
So habe ich heute nicht viel Zeit gehabt, selber zu zeichnen.
So habe ich aus dem Gedächtnis einen sitzenden Akt gemalt. Durch das viele Zeichnen habe ich ein bestimmtes Schema vom menschlichen Körper im Kopf, welches ich abrufen kann.

roter Akt - Zeichnung von Susanne Haun
Sitzender Akt – Zeichnung von Susanne Haun
Wenn ein Modell auf dem Boden sitzt und die Zeichnerin auf einem Stuhl vom Tisch aus das Modell betrachten, erhalten wir die gezeigte Perspektive. Mir gefällt diese Position; sie bringt hervorragend, Bauch und Hüften und Busen zur Geltung.

Sitzender Akt - Zeichnung von Susanne Haun













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